Online-Video-Werbung
28.06.2009 13:50
Die Forschungsgemeinschaft "Zukunft Digital" legte am 25. Juni 2009 die ersten Ergebnisse einer umfangreichen repräsentativen Studie zum Thema Online-Video-Werbung in Deutschland vor. Das Ergebnis des Forschungsinstitutes für digitale Medien ergab, dass Video-Werbung im Internet nicht nur in breitem Maße akzeptiert wird, sondern das Marken-Image verbessert, soweit sie im richtigen Umfeld platziert ist und die Surfgepflogenheiten der Nutzer respektiert.
Gerade der Bereich der Online-Video-Werbung ist extrem vielseitig und wirtschaftlich denkbar für jedes Unternehmen, selbst für das immer knappe Werbebudget vieler Kommunen und Städte bietet es reichlich Film-Möglichkeiten, zumal es im Gegensatz zur klassischen Fernsehwerbung noch keine deutlich definierten Werbepausen gibt.
Der Interessenverband Interactive Advertising Bureau (IAB) unterscheidet grundsätzlich zwischen drei Formen der Integration von Videos in einer Internetseite:
Bei In-Video-Streams wird der Werbespot in einen anderen Videostream gebunden. Unter einem Video-Stream versteht man ganz einfach einen Videoclip, der innerhalb einer Internetseite abgespielt werden kann. Optimaler Weise sollte der Werbespot in diesem Fall vor Beginn der eigentlichen Filmsequenz eingebunden werden. Die Videotauschbörse YouTube erprobt seit kurzer Zeit diese Methode innerhalb ihres Angebots. Vor Start ausgewählter Partnervideos schaltet YouTube dabei, ähnlich wie im Fernsehen, einen 30 Sekunden langen Werbespot.
Während der Einblendung des Spots ist es aber nicht möglich, die Steuerelemente zu bedienen. Der Betrachter kann also gar nicht anders als den Spot anzusehen, bis der eigentlich gewünschte Beitrag beginnt.
In-Banner-Video
Wie bei herkömmlichen Werbebannern im Internet wird beim In-Banner-Video anstelle von Texten und animierten Inhalten ein Video eingesetzt, um die Werbebotschaft zu vermitteln. Google experimentiert seit Februar beispielsweise an einer Möglichkeit, Videobotschaften sogar innerhalb der Suchergebnisseite darzustellen. Die kostenpflichtigen Werbekampagnen (Google Adwords) sollen dabei um Videoclips im Format 160x140 auf Wunsch ergänzt werden können.
In-Text-Video
Die dritte Form der webbasierten Darstellung von werbewirksamen Videobotschaften ist das In-Text-Video. Hier werden Werbefilme einfach in vorhandene Inhalte eingebunden. Blogs oder Fachbeiträge werden so durch Werbeclips aus dazu passenden Bereichen ergänzt. Die bislang größte Befragung der Forschungsgemeinschaft „Zukunft Digital“ belegt die hohe Wirkung und breite Akzeptanz von Online-Video-Werbung: 70 Prozent der 5.000 Befragten Internet-User akzeptieren Pre-Rolls Ads, 60 Prozent finden diese sogar unterhaltsam und 40 Prozent sehen sich diese Werbe-Streams auch gerne an. Damit wird Online-Video-Werbung vom User besser angenommen als TV Werbung.
Verbesserung der Markenerinnerung
Ebenfalls konnte die Studie eine sehr gute (ungestützte) Werbeerinnerung von etwa 70 Prozent sowie eine positive Auswirkung auf das Marken-Image enthüllen – Marken, die mit Video-Ads werben, werden von vielen Usern mit den Attributen "kreativ", "modern" oder "sympathisch" beschrieben. Auch zeigte sich, dass das Interesse der Internet-User an professionell erstellten oder redaktionellen Videoclips höher ist als das an "User generated content", also (Video-)Inhalten, die von Internetnutzern amateurhaft erstellt und hochgeladen wurden.
Herstellervideos in Shops und Interessenseiten
Wer kennt das nicht: Man findet online ein interessantes Produkt und ist von den Eigenschaften und dem Preis begeistert, die Produktfotos hingegen sind jedoch so nichts sagend, dass die endgültige Kaufentscheidung doch zugunsten eines Ladenlokals ausfällt. Dienstleister, wie beispielsweise Cliplister (www.cliplister.de), haben dieses Problem erkannt und bereits zweckvoll eine passende Lösung entwickelt: Cliplister liefert Onlineshops aktuell verfügbare Hersteller-Werbevideos zu deren Produkten. Zudem werden die Videoclips auch noch automatisiert auf den entsprechenden Produktseiten der Shops als Flash-Video eingebunden. Großunternehmen wie Neckermann, buch.de und Baur zählen bereits zum Kundenkreis von Cliplister.
Videobanner
Auch bei Videobannern wird von Experten eine ausschließlich positive Entwicklung vorausgesehen. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) prognostiziert für 2009 speziell für diesen Bereich sehr starkes Wachstum. Viele Dienstleister bieten deshalb Services, um Unternehmen den Einstieg in diese Werbeform zu erleichtern. Branchenprimus Google bietet seinen Kunden beispielsweise unter dem Produktnamen AdSense die Möglichkeit, neben Text- und Bildbannern, Videowerbebanner in sieben verschiedenen Formaten anzubieten.
Die hohe Akzeptanz bestätigt uns das enorme Potenzial von Online-Video-Werbung und somit die Produktion redaktionell gestalteter Filme. Unsere Werbekunden erreichen nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern auch die Köpfe der Verbraucher – besonders bei jungen und mobilen Zielgruppen.
Neben der oben bereits genannten Videotauschbörse Youtube bietet auch das Nachrichten-Magazin Spiegel auf seiner Homepage redaktionelle kostenlose Videostreams an, denen nicht überspringbare Werbevideos vorangehen.
Der Betrachter sieht den Spot hier im Gegensatz zur Fernsehwerbung achtsamer an, da er überraschend erscheint, kurz gehalten ist und nicht umgangen werden kann.
Trotz der Vorteile, die durch diese Werbeform entstehen, ist noch nicht abzusehen, wie sich eine mögliche Flut an Werbefilmen auf die Internet-Landschaft auswirken wird. Durch die nahezu grenzenlose Möglichkeit der Videofilm-Schaltung im Internet - anders als beim Fernsehen, wo es reservierte Zeiträume für Werbesequenzen gibt – kann sich eine mögliche Reizüberflutung und Sättigung entwickeln.
Fazit:
Durch die Tatsache, dass die Kosten bei einer Internet-Videokampagne meist günstiger sind als im Fernsehen, holt dieses Medium immer weiter auf, wenn es um die Verteilung des Werbebudgets geht. Zukunftsorientierte Unternehmen sollten diese Entwicklung für sich nutzen und frühzeitig mit einem Film von dieser innovativen Werbeform profitieren.
Hamburg, 28. Juni 2009
Imagemacherei
